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Hallo und guten Tag
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16.12.2025
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Und wieder neigt sich ein Jahr dem Ende zu. Wir sind zufrieden: Viele Fortbildungen konnten wie geplant durchgeführt werden, verschiedene Kooperationen wurden weiterausgebaut und die Basis für internes Networking wurde mit der Neueröffnung des internen Bereichs gelegt. Genau diesen möchten wir nun gezielt nutzen mit der Idee "Unsere Mitglieder fragen - wir diskutieren". Wir eröffnen im internen Bereich auf der Pinnwand bis Ende Januar 2026 die Diskussion rund ums Thema Sporttherapie bei Sportsucht, initiiert durch folgende Fragestellung:
"Ich möchte gerne einen fachlichen Rat bezüglich einer Person, die ich betreue. Sie betreibt intensiv Sport, dass es Sucht-Charakter angenommen hat. Ihr Körper gibt klare Zeichen, dass sie zu viel trainiert. Wie gehe ich damit um? Wo setze ich an?"
Teile deine Erfahrungen, unterstütze eines unserer Mitglieder und gewinne per Auslosung einen von zwei CHF 50-Fortbildungsgutscheinen, wenn du unter den ersten 20 Posts bist. Hattest du bis anhin noch wenig Berührungspunkte mit diesem Thema? Dieser Artikel bietet einen Einstieg und dieser Beitrag dient vielleicht als Gedankenanstoss.
"Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann." (Picabia)
Euer SVGS
Reminder und Vorankündigungen
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Die Geschäftsstelle ist reduziert besetzt vom 24.12.25 - 6.1.26.
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Bitte Adressänderungen melden über info@svgs.ch oder selbstständig anpassen in der Datenbank.
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Das Datum für die Generalverdammlung steht: Donnerstag 16.4.2026 19:00 Uhr, im Fred Hotel
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Berufspolitik und Sichtbarkeit
Neue Entwicklungen
ASCA - Sporttherapie und Zusatzversicherungen VVG
Neben dem EMR hat nun auch die ASCA die Methode Sport- und Bewegungstherapie SVGS in ihren Leistungskatalog aufgenommen. Ab 1.1.2026 können sporttherapeutische Leistungen nach erfolgreicher ASCA-Registrierung bei verschiedenen Krankenversicherungen abgerechnet werden.
Therapeutisches Klettern
Auch im Bereich des therapeutischen Kletterns schreitet die Standardisierung und damit einhergehend die Qulitätssicherung fort. Das neue Ausbildungskonzept steht. Die ersten Grundlagenmodule haben in Chur gestartet. Die Planung für weitere Module ist im Gang. Auch Module auf Französisch werden angeboten. Diese spezifische Methode erweitert das sporttherapeutische Repertoire und kann gezielt bei psychischen Erkrankungen aber auch orthopädischen Krankheitsbildern eingesetzt werden.
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Fortbildungsangebot
CAS Bewegungs- und Sporttherapie bei Psychischen Erkrankungen
Jetzt ist der ideale Zeitpunkt fürs Einsteigen in den CAS PSY!
Die Bedeutung der Sport- und Bewegungstherapie bei psychischen Erkrankungen bestätigt sich. Die S3 Leitlinien zur Behandlung von Schizophrenie sind gerade aktualisiert worden: Sport- und Bewegungstherapie wird neu stark empfohlen. Die Basis- und Spezialisierungsmodule des CAS Bewegungs- und Sporttherapie bei psychischen Erkrankungen starten ab März 2026 - Bist du Aktivmitglied und möchtest den CAS machen? Dann sichere dir deinen Wertgutschein in Höhe von CHF 300 und melde dich für den gesamten CAS an!
Sämtliche Module rund um den CAS sind in dieser Übersichtstabelle abgebildet. Die ersten drei Module:
Grundlagen Medizinische Sporttherapie
27. - 28.3.2026, zwei Tage Präsenz und E-Learning
Es werden die neusten Erkenntnisse über die Gesundheitswirksamkeit von körperlicher Aktivität in Bezug auf Krankheitsbilder vermittelt. Die relevanten Inhalte der sporttherapeutischen Massnahmen werden in Planung, Durchführung und Evaluation in Theorie anschaulich erklärt und in der Praxis geübt und umgesetzt.
Direkt zur Anmeldung gehts hier. Es sind noch Plätze frei.
Sport- und Bewegungstherapie Grundlagen Psychiatrie und Psychosomatik
17. - 19.4.2026, zwei Tage Präsenz und E-Learning
Dieses erste Spezialisierungsmodul vermittelt die Basis zur Arbeit mit Patient:innen mit psychischen Erkrankungen. Es bietet einen Überblick verschiedener Psychopathologien in der Psychiatrie und Psychosomatik sowie deren Entstehung und Behandlung. Es findet eine Abgrenzung statt zwischen psychosomatischer und somatischer Therapieansätze und die verschiedenen Behandlungsschwerpunkte in der Sport- und Bewegungstherapie werden erarbeitet. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Reflexion der eigenen therapeutischen Identität. Dabei werden die eigene Haltung und eigene Grenzen bei der Arbeit mit Patient:innen mit psychischen Erkrankungen thematisiert.
Direkt zur Anmeldung gehts hier. Es sind noch Plätze frei.
Sport- und Bewegungstherapie bei Abhängigkeitserkrankungen und Sucht
3. - 4.7.2026, zwei Tage Präsenz und E-Learning
Bewegung und körperliche Aktivität stellen eine wichtige Komponente in der stationären, teilstationären und ambulanten Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen dar. Die Patienten und Patientinnen profitieren von der Sporttherapie mit verbesserter Physis und Körperwahrnehmung, Wohlbefinden und Entspannungsfähigkeit. Dies stabilisiert und stärkt das psychische Befinden und fördert im Rahmen des bio-psycho-sozialen Modells langfristig die Chance, ein gesunder Lebensstil ohne Suchtmittel zu etablieren. Mit gruppendynamisch-wirksamen Interventionen, wird Selbstwahrnehmung, Selbsterfahrung und Reflexion geübt, was sich wiederum gleichzeitig positiv auf ein angepasstes Sozialverhalten auswirkt. Der sozialtherapeutische Aspekt der Sporttherapie liegt ebenso im Training von Konfliktlösung und Aggressionskontrolle.
Direkt zur Anmeldung gehts hier. Es sind noch Plätze frei.
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Wissenschaftlich Fundiertes
Therapeutic climbing (Liu 2022)
Es handelt sich um einen narrativen Überblick über die Entwicklung, Einsatzgebiete und Wirkmechanismen des therapeutischen Kletterns (TC). Dafür wurden 79 Arbeiten ausgewertet, die spezifische TC‑Interventionen untersuchen. Eingeschlossen wurden v. a. englisch- und deutschsprachige Originalstudien, RCTs und Meta‑Analysen bis Ende 2021 zu TC bei chronischen Erkrankungen.
Einsatzgebiete und Effekte
- Depression: Mehrere RCTs zeigen im Vergleich zu Heimprogrammen oder anderen Gruppentherapien deutlich stärkere Reduktionen von Depression-Scores sowie Verbesserungen von Selbstwirksamkeit, Körperbild, Angst und sozialer Kompetenz.
- Chronischer Low‑Back‑Pain: TC erreicht mindestens gleich gute, teils bessere Effekte auf Schmerz, Funktion, Beweglichkeit und Lebensqualität als Standard‑Übungsprogramme und aktiviert Rumpfmuskulatur und Hüftbeuger sehr effizient.
- Multiple Sklerose: Studien berichten Reduktion von Fatigue, Verbesserungen von Gleichgewicht, Beweglichkeit, Aktivität und Lebensqualität sowie Zuwächse an Selbstvertrauen.
Darüber hinaus werden positive Effekte u. a. bei Schulter-Impingement-Syndrom, Skoliose, Hemophilie, Zerebralparese, Autismus, Schlaganfall, Parkinson, Rückenmarkverletzungen und gynäkologischen Krebserkrankungen beschrieben, meist mit Verbesserungen in Kraft, Balance, Beweglichkeit, Gangparametern und subjektiver Lebensqualität.
Wirkmechanismen
Physiologisch werden die Verbesserungen mit der geschlossene Muskelkettenarbeit, den diagonalen, dreidimensionalen Bewegungsmustern und dem Wechsel aus statischer und dynamisch‑konzentrischer/exzentrischer Belastung erklärt. Neuromuskuläre Anpassungen, Gelenkstabilität und Propriozeption werden gefördert. Psychologisch werden soziale Unterstützung, hohe Aufmerksamkeitsbindung (Ablenkung von Schmerz/Negativkognitionen) und systematisch erlebte Erfolgserlebnisse als zentrale Mechanismen für bessere Stimmung, erhöhte Selbstwirksamkeit und veränderte Krankheitswahrnehmung hervorgehoben.
Limitationen
TC wird als sehr sicheres Setting mit niedriger Verletzungsrate beschrieben, ist aber kontraindiziert bei z. B. fortgeschrittener Osteoporose, starkem Übergewicht, nicht konsolidierten Frakturen, akuten Entzündungen und starken akuten Schmerzen. Folgendes wird kritisiert: fehlende hochqualitative, verblindete RCTs, oft kleine Stichproben, unklare Belastungsparameter sowie kaum Berücksichtigung ökonomischer Aspekte und potenzieller Überforderung, sowie keine standardisierte Trainingsprotokolle, Langzeit‑Follow‑ups und Vergleiche mit anderen Therapieformen.
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